Gewerbeanmeldung als Blogger?

Als Blogger kommt wohl irgendwann der Zeitpunkt, an dem man sich die Frage stellt, ob eine Gewerbeanmeldung erfolgen muss oder nicht.

Du hast einen Internetblog, der ziemlich gut läuft? Sprich du hast stabile Besucherzahlen und dein Blog ist sehr gefragt bei deinen Lesern? Bisher hast du aber einfach nur gebloggt, weil es dir Spaß gemacht hat oder weil du deine Interessen mit anderen teilen wolltest? Den Spaß am Bloggen solltest du natürlich nie verlieren, sonst macht das ganze ja keinen Sinn mehr ;-).

Nun bist du aber soweit, dass du überlegst, mit deinem Blog Einnahmen zu erzielen. Sei es durch das schalten von Textlinks oder durch die Anzeige von Bannern. Ab diesem Zeitpunkt ist es dann ratsam über eine Gewerbeanmeldung nachzudenken.

Wieso du als Blogger ein Gewerbe anmelden solltest!

Das Einkommensteuergesetzt besagt:

Geht jemand einer nachhaltigen Betätigung nach, mit der Absicht Gewinn zu erzielen und nimmt dieser am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teil, DANN muss eine Gewerbeanmeldung erfolgen.

Was heißt das?

  • du Bloggst regelmäßig und kümmerst dich um weitere Dinge in deinem Blog = nachhaltige Betätigung
  • schaltest Werbung jeglicher Art = hast die Absicht Gewinn zu erzielen
  • du trittst mit deinem Blog öffentlich nach außen in Erscheinung um bietest Leistungen gegen Entgelt an (z. B. Direktvermarktung) = Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr

Solltest du also irgendwann vorhaben, mit deinem Blog Geld zu verdienen oder sogar von Anfang an diese Absicht verfolgen, dann ist es empfehlenswert, ein Gewerbe anzumelden!

Wie melde ich ein Gewerbe an?

Das Gewerbe kann in der Regel in jedem Bürgerbüro bzw. in jeder Ortsverwaltung angemeldet werden. Der ganze Spaß kann dich zwischen 10 Euro und 20 Euro kosten. Jede Stadt regelt das mit den Kosten anders. Vielleicht rufst du einfach vorher mal an, damit du keine Überraschung erlebst – obwohl ja jeder von uns soviel “Kleingeld“ immer mit sich trägt ;-). Ganz wichtig: Personalausweis nicht vergessen!

Die Gewerbeanmeldung

Die Anmeldung besteht im Grunde aus zwei Teilen:

  1. Zuerst müssen ein paar persönlichen Daten angegeben werden (Vorname, Name, Geburtsdatum, Wohnort etc.)
  2. Nun folgen Fragen zum Unternehmen (Art der Tätigkeit, Sitz des Unternehmen´s, Beginn der angemeldeten Tätigkeit,  Haupt- oder Nebenberuflich etc.)

Der erst Teil sollte dir keine Probleme bereiten.
Beim zweiten Teil könnte der ein andere bei den Angaben etwas verunsichert sein. Aber keine Angst, die Dame oder der Herr auf dem Bürgerbüro bzw. der Ortsverwaltung hilft hier gerne weiter.

Nach ca. 2 – 3 Wochen bekommst du dann Post vom Finanzamt und auch der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Vom Finanzamt erhältst du einen Fragebogen zu steuerlichen Erfassung. Diesen solltest du auf keinen Fall zu lange liegen lassen. Am besten gleich ausfüllen und wieder zurück an das Finanzamt schicken.

Im Fragebogen selbst sind wie bei der Gewerbeanmeldung auch, deine persönlichen Daten erforderlich. Das wichtigste bei diesem Fragebogen ist die Angabe der zu erwartenden Umsätze.

Rechne dir deine zu erwartenden Umsätze möglichst genau und realistisch aus. Denn gibst du deinen Umsatz zu hoch an, können Vorauszahlungen die Folge sein. Bist du dir hier unsicher, lass dich am besten von einem Steuerberater beraten.

Des Weiteren wirst du nach der Kleinunternehmerregelung gefragt.

Das heißt: Liegt dein Jahresumsatz unter 17.500 Euro, dann bist du Kleinunternehmer – davon gehe ich jetzt mal aus, vor allem am Anfang wird die Grenze definitiv nicht erreicht werden.
Solltest du irgendwann mal mehr Umsatz machen, kann dies auch umgestellt werden.

Was die Industrie- und Handelskammer betrifft. Hier bekommst du auch einen Fragebogen zugeschickt, denn jeder Gewerbetreibender ist verpflichtet Beiträge an die IHK zu zahlen. Vorausgesetzt dein Gewinn liegt in den ersten beiden Jahren über 25.000 €. Ansonsten bist du hiervon auch erst einmal befreit.

Welche Rechtsform habe ich?

Betreibt man seinen Blog alleine, ist man Einzelunternehmer.
Ein Einzelunternehmer kann sein:

  • Kleingewerbe (wie oben angesprochen)
  • Kaufmann
  • Ein-Person-GmbH
  • Unternehmensgesellschaft
  • Ein-Person-AG

Solltest du das ganze noch deutlich professioneller machen, zum Beispiel, wenn du einen Freund/Geschäftspartner hast, mit dem du gemeinsam einen oder mehrere Blogs betreibst, musst du über eine

  • GbR – Gesellschaft bürgerlichen Rechts
  • OHG – offene Handelsgesellschaft
  • KG – Kommanditengesellschaft
  • GmbH & Co. Kg (in der Regel nicht)

nachdenken.

Fazit

Als Blogger bewegt man sich oftmals in einer Zwickmühle – Gewerbeanmeldung ja oder nein? Ich persönlich kann jedem nur empfehlen, sobald die Absicht besteht, mit seinem Blog Geld zu verdienen, ein Gewerbe anzumelden.

Solltest du noch Fragen oder Anregungen zu diesem Thema haben, hinterlasse einfach ein Kommentar 🙂

Kommentare(6)
  1. Christopher 9. November 2014
    • Sven Scheuerle 10. November 2014
  2. Thomas 11. Januar 2015
    • Sven Scheuerle 13. Januar 2015
  3. Thomas 14. Januar 2015
    • Sven Scheuerle 15. Januar 2015

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